
Ein kleines Schmuckstück in Nord-Neukölln: Das IL KINO zeigte einen bewegenden Film über die Geschichte der Gastarbeitergeneration der 1950er- und 1960er-Jahre.
Ein Film über Migration, Würde und gesellschaftlichen Aufstieg
Das kleine Programmkino IL KINO liegt direkt in meinem Nord-Neuköllner Wahlkreis. Dort wurde eine Dokumentation gezeigt, die mich persönlich berührt hat.
Sie erzählt von den italienischen „Gastarbeitern“, die infolge des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens von 1955 nach Deutschland kamen – von ihrer harten Arbeit und ihren Hoffnungen, aber auch von Ausgrenzung, Vorurteilen und mangelnder Anerkennung.
Viele von ihnen mussten zunächst darum kämpfen, überhaupt als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft respektiert zu werden. Mit ihrer Arbeit, ihrem Mut und ihrem Durchhaltevermögen haben sie Deutschland entscheidend mitgeprägt – wirtschaftlich, gesellschaftlich, kulturell und nicht zuletzt auch kulinarisch. Zugleich haben sie einen wichtigen Beitrag zur engen Freundschaft zwischen Deutschland und Italien geleistet.
Diese Geschichte betrifft jedoch nicht nur Menschen mit italienischen Wurzeln. Auch zahlreiche Familien aus der Türkei, Griechenland und anderen Ländern haben ähnliche Erfahrungen gemacht.
Der Film zeigt außerdem, wie sehr sich Deutschland seit jener Zeit verändert hat – von einem Land, das sich lange nicht als Einwanderungsland verstand, hin zu unserer heutigen vielfältigen Gesellschaft. Zugleich regt diese gelungene Dokumentation dazu an, über die Parallelen zwischen der damaligen Arbeitsmigration und der heutigen Einwanderung nach Deutschland und Europa nachzudenken, ohne dabei die teils gravierenden Unterschiede bei den Migrationsmotiven sowie den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen auszublenden.
Der Film wird am 29. Juni im IL KINO erneut gezeigt. Eine klare Empfehlung!
Filmplakat: „Un sogno italiano“,
Regie: Fausto Caviglia
Quelle: Orisa Produzioni
Ort: @ilkinoberlin – Neukölln