Davide Annone

Neukölln konkret

Fakten statt Schlagworte

Politik muss sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren – mit offenen Worten, belastbaren Zahlen und Lösungen, die im Alltag wirken.

Unter „Neukölln konkret" beschäftige ich mich ausführlicher mit Themen, die unseren Bezirk und den Alltag der Menschen unmittelbar prägen. Dabei geht es nicht um allgemeine Schlagworte, sondern um konkrete Fragen:

Wie bewegen sich die Menschen durch Neukölln? Welche Folgen haben verkehrspolitische Entscheidungen für einzelne Straßen und ganze Kieze? Wie viele Wohnungen gibt es, wem gehören sie – und warum wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper?

Schwerpunkt

Verkehr und Mobilität

93.000zugelassene Pkw330.000+Fahrräder (geschätzt)194.000ÖPNV-Nutzende / Woche

Neukölln ist kein Entweder-oder-Bezirk. Die Menschen gehen zu Fuß, fahren Fahrrad, nutzen Bus und Bahn oder sind auf das Auto angewiesen – je nach Strecke und Lebenssituation unterschiedlich.

Ich stehe für Verkehrsberuhigung mit Augenmaß, sichere Wege und einen leistungsfähigen Nahverkehr. Pauschale Kiezblock-Konzepte, die die Erreichbarkeit einschränken und Verkehr nur in benachbarte Straßen verlagern, lehne ich ab.

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Schwerpunkt

Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung

163.000Menschen in Nord-Neukölln86.500Wohnungen

Der Wohnungsmarkt hat sich in kurzer Zeit zu einem Markt mit sehr geringem Leerstand und hohen Angebotsmieten entwickelt. Bezahlbares Wohnen entscheidet sich dabei nicht allein an der Nettokaltmiete – auch Heiz- und Energiekosten sowie die CO₂-Bepreisung belasten spürbar.

Wir brauchen mehr Wohnungsbau, schnellere und verlässlichere Verfahren, eine verantwortungsvolle Modernisierung des Bestands und Lösungen, die Mieter, Eigentümer, Genossenschaften, öffentliche Wohnungsunternehmen und Bauwirtschaft nicht gegeneinander ausspielen.

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Ausblick

Schritt für Schritt erweitert

Weitere Themen kommen hinzu, sobald belastbare Informationen und konkrete politische Ansätze vorliegen.

Denn Professionalität bedeutet nicht, zu jedem Thema möglichst viel zu behaupten. Sie bedeutet, genau hinzusehen, Zahlen verständlich einzuordnen und daraus nachvollziehbare Lösungen zu entwickeln.

Im Detail

Neukölln konkret

Verkehr gehört zu den Themen, die den Alltag der Menschen in Neukölln unmittelbar prägen. Es geht um sichere Schulwege, erreichbare Geschäfte, funktionierende Bus- und Bahnverbindungen, fließende Hauptstraßen und möglichst wenig Ausweichverkehr in den Wohngebieten.

Ich stehe für eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsmittel zusammendenkt. Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, Handwerker, Gewerbetreibende, Lieferdienste und Rettungskräfte haben unterschiedliche Anforderungen – und alle haben ihre Berechtigung.

Verkehrsberuhigung kann sinnvoll sein. Sie darf aber nicht dazu führen, dass Belastungen lediglich von einer Straße in die nächste verlagert werden. Deshalb lehne ich pauschale Kiezblock-Konzepte ab, wenn ihre Auswirkungen auf das gesamte Umfeld nicht ausreichend untersucht wurden.

Verkehrspolitik muss sich an Zahlen, Alltagstauglichkeit und der tatsächlichen Wirkung vor Ort orientieren.

Neukölln ist kein Entweder-oder-Bezirk

In Neukölln leben mehr als 330.000 Menschen. Ihre Wege, Berufe und Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich. Viele nutzen nicht ausschließlich ein Verkehrsmittel, sondern entscheiden je nach Strecke, Wetter, Tageszeit und persönlichem Bedarf.

Die Mobilitätszahlen zeigen deshalb ein vielfältigeres Bild, als es die politische Debatte häufig vermuten lässt.

Rund 93.000 zugelassene Pkw

Zum Ende des Jahres 2023 waren in Neukölln insgesamt 93.298 Pkw zugelassen, davon rund 85.900 private Pkw.

Fast jeder zweite Haushalt verfügt über mindestens einen privaten oder dienstlichen Pkw. Zugleich besitzt etwas mehr als die Hälfte der Haushalte keinen eigenen Pkw.

Das Auto ist damit weder das einzige Verkehrsmittel des Bezirks noch eine unbedeutende Randerscheinung. Für viele Menschen bleibt es ein notwendiger Bestandteil ihres Alltags – etwa bei Schichtarbeit, beruflichen Fahrten, der Pflege von Angehörigen, längeren Wegen oder dem Transport von Kindern und Einkäufen.

Rund 335.000 bis 340.000 Fahrräder

Auf Grundlage der Mobilitätsbefragung lassen sich für Neukölln rund 335.000 bis 340.000 Fahrräder schätzen.

Dabei handelt es sich nicht um eine Zulassungsstatistik, sondern um eine Hochrechnung aus den durchschnittlich vorhandenen Fahrrädern in den Haushalten. Der Bestand liegt damit deutlich über der Zahl der zugelassenen Pkw.

Fahrradbesitz ist jedoch nicht mit täglicher Nutzung gleichzusetzen. Viele Haushalte verfügen über ein oder mehrere Fahrräder, ohne dass diese täglich oder regelmäßig genutzt werden.

Rund 176.000 Menschen fahren mindestens einmal pro Woche Fahrrad. Etwa 85.000 Neuköllner nutzen das Fahrrad täglich oder fast täglich.

Knapp 194.000 wöchentliche ÖPNV-Nutzer

Knapp 194.000 Menschen in Neukölln nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal pro Woche. Rund 83.000 fahren täglich oder fast täglich mit Bus, U-Bahn, S-Bahn oder anderen Angeboten des Nahverkehrs.

Gemeint ist dabei der öffentliche Nahverkehr insgesamt. Die Statistik unterscheidet nicht durchgehend zwischen Angeboten der BVG, der S-Bahn und weiteren Nahverkehrsunternehmen.

An einem durchschnittlichen Werktag entfallen in Neukölln rund 23,4 Prozent aller Wege auf den öffentlichen Nahverkehr.

Rund 146.000 wöchentliche Pkw-Nutzer

Rund 146.000 Neuköllner nutzen mindestens einmal pro Woche einen Pkw – als Fahrer oder Mitfahrer. Etwa 50.000 Menschen fahren täglich oder fast täglich mit dem Auto.

Auch hier zeigt sich: Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge ist nicht identisch mit der Zahl der Menschen, die ein Auto nutzen. In einem Fahrzeug können mehrere Personen unterwegs sein, während andere zugelassene Fahrzeuge nur selten bewegt werden.

So bewegt sich Neukölln

An einem durchschnittlichen Werktag verteilen sich die Wege in Neukölln wie folgt:

  • 33,3 Prozent zu Fuß
  • 23,4 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • 21,8 Prozent mit dem Fahrrad
  • 21,5 Prozent mit dem motorisierten Individualverkehr

Keine Verkehrsart dominiert den Bezirk allein. Fußverkehr, Fahrrad, öffentlicher Nahverkehr und Auto sind allesamt wichtige Bestandteile der täglichen Mobilität.

Die Zahlen zeigen auch: Menschen lassen sich nicht dauerhaft in die Kategorien Autofahrer, Radfahrer oder Fahrgast einteilen. Viele gehen morgens zu Fuß, fahren zur Arbeit mit der U-Bahn, nutzen am Wochenende ein Auto und steigen bei gutem Wetter auf das Fahrrad.

Öffentlicher Nahverkehr in Neukölln

Neukölln verfügt über wichtige öffentliche Verkehrsachsen:

  • die U-Bahnlinien U7 und U8
  • die S-Bahnlinien S41, S42, S46 und S47
  • rund 23 Tagesbuslinien mit klarem Bezug zum Bezirk
  • etwa 16 U-Bahn-Haltepunkte
  • die S-Bahnhöfe Sonnenallee, Neukölln, Hermannstraße und Köllnische Heide

Gleichzeitig gibt es im Bezirk derzeit weder einen Fernbahnhof noch einen Regionalbahnhof. Auch eine Straßenbahn fährt bislang nicht durch Neukölln.

Die Qualität der Anbindung unterscheidet sich zudem deutlich innerhalb des Bezirks. Während Nord-Neukölln vergleichsweise dicht erschlossen ist, sind Menschen in Teilen von Britz, Buckow, Rudow und der Gropiusstadt häufiger auf längere Wege, Busverbindungen oder das Auto angewiesen.

Pauschale Verkehrskonzepte werden diesen unterschiedlichen Bedingungen nicht gerecht.

Verkehrsberuhigung ja – Verlagerung nein

Wohnstraßen sollen keine dauerhaften Ausweichrouten sein. Gefährliche Kreuzungen, unsichere Schulwege und übermäßig belastete Straßen brauchen konkrete Lösungen.

Doch Straßensperrungen, Einbahnstraßenregelungen und Zufahrtsbeschränkungen lösen Verkehr nicht automatisch auf. Häufig wird er lediglich in benachbarte Straßen verdrängt.

Vor größeren verkehrslenkenden Maßnahmen müssen deshalb unter anderem folgende Fragen beantwortet werden:

  • Woher kommt der bestehende Verkehr?
  • Welche Ziele haben die Menschen im Gebiet?
  • Welche Straßen würden zusätzlich belastet?
  • Welche Folgen entstehen für Anwohner und Gewerbe?
  • Bleiben Rettungsdienste, Müllabfuhr und Lieferverkehr handlungsfähig?
  • Wird die Verkehrssicherheit tatsächlich verbessert?
  • Wie werden die Auswirkungen nach der Umsetzung kontrolliert?

Erst untersuchen, dann entscheiden und anschließend überprüfen, ob die Maßnahme ihre Ziele erreicht.

Mein Grundsatz

Neukölln braucht keine Verkehrspolitik, die Menschen gegeneinander ausspielt.

Wir brauchen sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer, einen zuverlässigen öffentlichen Nahverkehr, erreichbare Kieze, funktionierende Hauptstraßen und realistische Bedingungen für Gewerbe, Handwerk und Menschen, die auf ein Auto angewiesen sind.

Nicht Ideologie, sondern Alltagstauglichkeit muss entscheiden.

Menschen nicht nach der Art ihrer Fortbewegung kategorisieren.

Unter „Aktuelles“ berichte ich fortlaufend über einzelne Straßen, Verkehrsprojekte, Anfragen und politische Entscheidungen in Neukölln.

[Aktuelle Beiträge zum Verkehr]

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