Gemeinsame Sprache, Respekt und Chancen für ein gelingendes Miteinander.
Bildung ist der Schlüssel zu Teilhabe und Aufstieg. Gut ausgestattete Schulen und Kitas, frühe Sprachförderung und starke Unterstützung für Lehrkräfte und Eltern sind entscheidend für die Zukunft unserer Kinder.
Integration gelingt über Sprache, Bildung und gemeinsame Regeln. Ich setze mich für Chancen ein – verbunden mit einem klaren Bekenntnis zu Respekt und gemeinsamen Werten.
Im Detail
Gute Bildung entscheidet über Lebenschancen. Sie ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, beruflichen Aufstieg und ein selbstbestimmtes Leben.
Schulen müssen deshalb Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche sicher lernen können, Lehrkräfte Rückhalt erfahren und gemeinsame Regeln selbstverständlich gelten.
Dabei dürfen wir weder Probleme verschweigen noch ganze Schülergruppen unter Generalverdacht stellen. Entscheidend ist, genau hinzusehen, Betroffene zu schützen und dort konsequent zu handeln, wo Grenzen überschritten werden.
Das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer zeigt, wie ernst die Lage inzwischen ist. Für die Untersuchung wurden rund 14.000 Schülerinnen und Schüler sowie fast 2.600 Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter an Berliner Schulen befragt.
Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiter bewertet Gewalt unter Schülerinnen und Schülern als großes oder sehr großes Problem.
Besonders deutlich sind die Erfahrungen der befragten Neuntklässler:
Die Untersuchung gilt für ganz Berlin und liefert keine gesonderte Neuköllner Statistik. Sie zeigt aber, dass Schulen in sozial und wirtschaftlich besonders herausfordernden Lagen häufiger von Konflikten und Gewalt betroffen sind.
Gerade für Neukölln bedeutet das: Wir dürfen nicht abwarten, bis Gewalt, Beleidigungen und Einschüchterungen als normaler Bestandteil des Schulalltags hingenommen werden.
Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen möchte lernen, Freundschaften schließen und ihren Schulalltag ohne Angst verbringen. Sie darf nicht darunter leiden, dass einzelne Schüler wiederholt den Unterricht stören, Mitschüler bedrohen oder Lehrkräfte angreifen.
Wer Gewalt erlebt, braucht Schutz. Wer Regeln verletzt, braucht eine klare Reaktion. Und wer immer wieder die Grenzen anderer missachtet, muss mit nachvollziehbaren Konsequenzen rechnen.
Dazu gehören:
Pädagogische Unterstützung und klare Konsequenzen sind kein Widerspruch. Beides gehört zusammen.
Lehrkräfte sollen unterrichten, fördern und Orientierung geben. Sie dürfen bei Gewalt, massiven Unterrichtsstörungen und Konflikten nicht allein gelassen werden.
Viele Schulen benötigen schnell erreichbare Ansprechpartner, klare Entscheidungswege und Unterstützung durch Schulpsychologie, Sozialarbeit, Jugendhilfe und Schulaufsicht.
Ich setze mich deshalb ein für:
Wer Verantwortung im Klassenzimmer übernimmt, muss sich darauf verlassen können, dass Schulleitung, Schulaufsicht und Politik hinter ihm stehen.
Gewaltprävention darf nicht erst einsetzen, wenn ein Konflikt bereits eskaliert ist.
Kinder müssen früh lernen, Streit verbal auszutragen, Grenzen anderer zu respektieren und mit Frustration umzugehen. Gerade an Grundschulen braucht es deshalb frühzeitige Unterstützung.
Hilfreich sind:
Programme müssen allerdings regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob sie tatsächlich etwas bewirken. Ein gut klingendes Projekt allein verhindert noch keine Gewalt.
Im Mittelpunkt muss zunächst der Schutz der Betroffenen stehen.
Schüler, die bedroht, gemobbt oder körperlich angegriffen werden, dürfen nicht den Eindruck bekommen, sie müssten selbst die Klasse oder Schule verlassen, während der Täter weitermacht wie bisher.
Betroffene brauchen:
Schulen dürfen Konflikte nicht aus Sorge um ihr öffentliches Ansehen kleinreden. Transparenz und konsequentes Handeln schützen die Schulgemeinschaft besser als Verschweigen.
Beleidigungen, Bedrohungen, Bloßstellungen und die Verbreitung entwürdigender Bilder finden zunehmend auch in sozialen Netzwerken und Messenger-Gruppen statt.
Der Konflikt beginnt möglicherweise am Nachmittag auf dem Smartphone und setzt sich am nächsten Morgen im Klassenraum fort. Dadurch haben Betroffene häufig keinen geschützten Rückzugsraum mehr.
Schulen brauchen deshalb klare Konzepte zum Umgang mit:
Medienkompetenz bedeutet nicht nur, ein Gerät bedienen zu können. Kinder und Jugendliche müssen lernen, welche rechtlichen und persönlichen Grenzen auch im digitalen Raum gelten.
Gute Deutschkenntnisse sind die Grundlage für schulischen Erfolg, eine Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Kinder, die bei der Einschulung nicht ausreichend Deutsch sprechen, starten mit einem erheblichen Nachteil. Deshalb muss Sprachförderung früh beginnen, verbindlich sein und auch tatsächlich stattfinden.
Dazu gehören:
Sprachförderung ist keine Frage der Herkunft. Sie ist eine Frage gerechter Chancen.
Kinder haben unterschiedliche Voraussetzungen. Gerade deshalb brauchen sie individuelle Unterstützung – aber auch klare Erwartungen.
Schule muss Wissen vermitteln, Anstrengung fördern und Leistungen nachvollziehbar bewerten. Wer Schwierigkeiten hat, braucht Unterstützung. Wer besondere Fähigkeiten besitzt, soll ebenfalls gefördert werden.
Wir sollten Kindern nicht einreden, dass Leistung ungerecht sei. Gute Bildung gibt ihnen das Werkzeug, eigene Entscheidungen zu treffen und ihr Leben selbst zu gestalten.
Fördern und fordern gehören zusammen.
Schule kann nicht jede gesellschaftliche und familiäre Aufgabe allein übernehmen.
Eltern müssen erreichbar sein, sich für den Schulbesuch ihrer Kinder interessieren und die Regeln der Schule unterstützen. Dazu gehören Pünktlichkeit, regelmäßige Teilnahme am Unterricht, respektvolles Verhalten und die Bereitschaft, bei Problemen mit der Schule zusammenzuarbeiten.
Wo Eltern Unterstützung benötigen, muss sie angeboten werden. Wo sie sich jedoch dauerhaft jeder Zusammenarbeit verweigern und dadurch das Wohl oder die Bildung ihrer Kinder gefährden, müssen Jugendamt und weitere zuständige Stellen handeln.
Verantwortung für Bildung lässt sich nicht vollständig an Lehrer und Sozialarbeiter delegieren.
Neukölln ist seit vielen Jahrzehnten von Zuwanderung geprägt. Unterschiedliche familiäre Geschichten, Religionen und kulturelle Erfahrungen gehören zur Wirklichkeit unseres Bezirks.
Damit Vielfalt gelingt, braucht es eine gemeinsame Grundlage:
Die Gewaltstudie zeigt auch, dass ein Teil der befragten Jugendlichen Druck erlebt, religiöse Regeln einzuhalten. Solcher Zwang hat an Schulen keinen Platz.
Jeder darf seinen Glauben leben. Niemand darf andere einschüchtern oder dazu zwingen, religiöse oder kulturelle Regeln zu befolgen.
Internationale Konflikte können Kinder und Jugendliche emotional stark bewegen. Sie dürfen jedoch nicht zu Bedrohungen, Hass oder Gewalt an Neuköllner Schulen führen.
Antisemitische Beleidigungen, islamistische Propaganda, rassistische Ausgrenzung und die Verherrlichung politischer Gewalt müssen klar benannt und konsequent behandelt werden.
Schulen benötigen dafür:
Neutralität bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Schulen müssen deutlich für Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaat eintreten.
Bildung findet nicht nur im Klassenzimmer statt.
Sportvereine, Musikschulen, Jugendclubs und ehrenamtliche Initiativen können jungen Menschen Gemeinschaft, Anerkennung und Orientierung geben. Sie vermitteln Regeln, Verantwortung und die Erfahrung, gemeinsam etwas zu erreichen.
Gerade in schwierigen Lebenssituationen können solche Angebote verhindern, dass Jugendliche den Anschluss verlieren.
Dafür brauchen wir:
Jugendarbeit verdient Unterstützung. Aber auch dort müssen klare Regeln, fachliche Standards und der Schutz der Kinder und Jugendlichen uneingeschränkt gelten.
Aus Studien dürfen nicht nur neue Gesprächsrunden und weitere Papiere entstehen.
Berlin braucht einen verbindlichen Maßnahmenplan gegen Gewalt an Schulen. Dazu gehören aus meiner Sicht:
Nicht jede Auseinandersetzung ist ein Fall für die Polizei. Aber schwere Gewalt darf auch nicht als gewöhnlicher pädagogischer Konflikt behandelt werden.
Kinder und Jugendliche brauchen Chancen, Unterstützung und Menschen, die an sie glauben. Sie brauchen aber ebenso Orientierung, Regeln und klare Grenzen.
Gute Bildungspolitik schützt nicht nur das Recht auf einen Schulplatz. Sie schützt auch das Recht, ohne Angst zu lernen und zu unterrichten.
Probleme dürfen weder aus politischer Bequemlichkeit verschwiegen noch pauschal einer Herkunft zugeschrieben werden. Entscheidend ist das Verhalten jedes Einzelnen und die Bereitschaft des Staates, Verantwortung zu übernehmen.
Starke Schulen brauchen Sprache, Leistung, Respekt und Sicherheit.
Fördern, fordern und konsequent handeln.
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